KAB Hildesheim wählt Andreas Hippe zum Vorsitzenden
Braunschweig: Andreas Hippe ist neuer Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung im Bistum Hildesheim. Die Delegierten des Diözesantages wählten den 52-jährigen Hildesheimer einstimmig an die Spitze des Verbandes.
Hippe löst Bernhard Gertler ab, der zwei Jahrzehnte den Vorsitz der KAB inne hatte. Die beiden KABler haben ihre Ämter getauscht: Hippe war bis zum Diözesantag am vergangenen Samstag in der Braunschweiger Gemeinde St. Cyriakus Stellvertreter von Gertler.
Nun wurde Gertler zum Stellvertreter von Hippe gewählt. Neu in den Vorstand rückt, ebenfalls als stellvertretende Vorsitzende, Silvia Scharfenberg aus Hildesheim ein. Im Amt der Frauenbeauftragten wurde Maria Bodmann, ebenfalls aus Hildesheim, bestätigt.
Einen Tausch wird es auch im Amt des Diözesanpräses geben: Bisher hatte Pater Ludger Wolfert das Amt inne. Doch der Redemptorist aus dem Kloster in Salzgitter-Steterburg wechselt im Frühjahr 2011 nach Würzburg und übernimmt neue Aufgaben im Orden.
Nach dem Wunsch des Diözesantages soll mit Pater Ernst-Willi Paulus wiederum ein Redemptorist die geistliche Begleitung der KAB übernehmen. Bischof Norbert Trelle muss allerdings noch zustimmen.
Gegen soziale Kälte
Armut ist versteckt
Inhaltlicher Schwerpunkt des Diözesantages war das Jahresthema der KAB:
Kinder- und Altersarmut.
Vergessen und ver-HARTZT:
„Die neue soziale Kälte“ hatte der Verband den Tagesordnungspunkt überschrieben.
Rainer Schubert zeigte anhand von Zahlen der Stadt Braunschweig auf, wie sich Armut in einer Kommune darstellt. Vor allem ist sie versteckt, führt der Gesundheitswissenschaftler vom örtlichen Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut aus.
Der Bezug von Arbeitslosengeld II sei nur ein Anhaltspunkt. Entscheidender sei der Blick auf das Familieneinkommen und auf andere Hinweise: Zahngesundheit, die Mitgliedschaft in Sportvereinen, Übergewicht bei schlechter und Untergewicht bei mangelnder Ernährung, die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen.
Zentrale Erkenntnisse des Wissenschaftlers: Armut ballt sich in bestimmten Stadtteilen und sie schließt Betroffene vom gesellschaftlichen Leben aus.
Dieser Ausschluss führt gerade bei Kindern zu fatalen Folgenwirkungen: Das frühe Erleben von Armut nehme Kindern die Chance auf eine bessere Bildung und erhöhe das Risiko körperlich oder psychisch zu erkranken.
Diese Entwicklungen, betonte Schubert, finden sich so in jeder deutschen Stadt und Gemeinde.
Andreas Hippe zieht daraus zwei Schlüsse: mehr Geld müsse ins Sozialsystem fließen, vor allem für Bildung. Und: Wir brauchen existenzsichernde Mindestlöhne.
Die Diözesanleitung der KAB-St. Pölten wünscht der scheidenden und der neuen Diözesanleitung alles Gute. Bei einem gemeinsamen Treffen im Frühjahr 2011 soll auch ein gegenseitiges Kennenlernen der „Neuen“ stattfinden.

KAB Hildesheim
